FAKTEN:

Shira

Shira

Name: Shira
Woher:
Wien
Besteht seit: 2007
Musikstil: Alternative Rock

Bandwebsite/Hörbeispiele: http://www.myspace.com/shiraband

Im folgenden Interview gibt Julia, die Gründerin von Shira, Auskünfte und Einblicke und erzählt dabei über Arbeitsweise und Philosophie ihrer Band. Geplaudert wird dabei auch über Stilrichtungen, Sound, Studioarbeit und darüber, wie es ist, als rein weiblich besetzte Band aktiv zu sein:


Erzähle bitte, wie das Songwriting bei Shira abläuft. Was inspiriert dich zu den Texten? Wie kommt die Musik zustande?
Beim Songwriting wird meist die ganze Band miteinbezogen. Wir haben eine Internetplattform, wo jede ihre Ideen online stellen kann. Wir hören uns die verschiedenen Aufnahmen (Riffs, Melodien, ganze Songs…) an und entscheiden, was uns allen am besten gefällt und woran wir gern arbeiten würden. Schließlich kommt die ausgewählte Idee in den Proberaum, jede fügt mit ihrem Instrument weitere Ideen hinzu und nach und nach wird ein Song daraus.
Die Texte dazu schreibe meist ich, wobei ich mich durch aktuelle Geschehnisse und Stimmungen inspirieren lasse. Manchmal inspirieren mich uralte Bücher aus der Unibibliothek, manchmal Affirmations-Tafeln, dann wieder der Alltag selbst und die Stadt, in der ich lebe und die ich liebe und hasse zugleich. Natürlich hat das Schreiben von Texten für mich auch einen nicht zu unterschätzenden therapeutischen Effekt.


Ihr habt seit Herbst 2008 eine neue Besetzung – inwiefern habt ihr euch dadurch musikalisch verändert? Wie würdest du die Stilrichtung beschreiben?
Komplett neu besetzt sind wir erst seit Ende Novemeber, da es anfangs nicht so einfach war, eine neue Gitarristin und eine neue Bassistin zu finden. Klar war aber schon vorher, dass wir musikalisch eine neue Richtung einschlagen wollen – weg vom Pop und mehr zum Rock. Mit der neuen Besetzung (SHIRAs Episode 2) ist uns das auch sehr gut gelungen, wobei es schwierig ist, genauere Definitionen unseres derzeitigen Stils anzugeben (Rock ist ein sehr breit gefächerter Begriff). Wir klingen ein bißchen nach Stoner meets Ethno, Jimi meets Kurt meets Led Zeppelin, The Donnas meet Portishead etc… Am besten wirds allerdings sein, die Zuhörer sagen uns, wo sie uns stilistisch einordnen würden – selbst hat mensch da, denk ich zu, wenig Distanz zur eigenen Musik…

Ihr wart kürzlich im Studio – was kann man sich erwarten, wie klingen die neuen Songs? Plant ihr einen Release?
Im Studio waren wir genau genommen im Herbst und das noch mit altem Line Up und alten Songs. Nur den Gesang hab ich erst vor Kurzem aufgenommen. In der Hinsicht planen wir keinen Release – die Aufnahmen sollten hauptsächlich dazu dienen, SHIRAs Episode 1 (2008) ein Denkmal zu setzen.
Aufnahmen mit neuer Formation wird es vermutlich im Frühjahr geben.

Shira

Shira

Wer zeichnet sich für euren Sound verantwortlich?
Wir alle! Wir kommen alle aus unterschiedlichen Musikrichtungen, haben unterschiedliche Einflüsse und obwohl unser Sound insgesamt homogener geworden ist, ist Vielfalt immer noch ein wichtiger Teil des Bandmottos. Musikalische Variabilität wird bei uns gleichgesetzt mit künstlerischer Freiheit, wobei wir insgesamt dennoch in die selbe Richtung streben und ähnliche Vorstellungen haben.

In einer männlich dominierten Musikbranche seid ihr als ausschließlich weiblich besetzte Band eher eine Ausnahmeerscheinung – welche Reaktionen bringt euch das ein? Hat es Vorteile / Nachteile?
Ein Nachteil ist auf jeden Fall, dass wir als Musikerinnen sowie als Band oft nicht ernst genommen werden. Viele männliche Kollegen belächeln unseren demokratischen Stil und setzen diesen gleich mit laissez-fare-Arbeitshaltungen, während wir von Frauen oft Dinge gefragt werden wie: „Gibt´s da keinen Zickenkrieg, wenn 4 Mädels in einer Band sind?“. So werden wir regelmäßig mit stereotypen Bildern konfrontiert, doch da wir weder Teilnehmerinnen von „Austria´s Next Topmodel“ noch die „Pussycat Dolls“ sind, nicht gecastet wurden und unsere Bühnenshow nicht als Modenschau oder Gogo-Dance mit umgehängten Instrumenten verstehen, setzen wir ganz klar auf den Aha-Effekt. Egal wo wir hinkommen sorgen wir für Überraschung und somit vermehrte Aufmerksamkeit, was sich für uns oft vorteilig auswirkt. In Wien gibt es kaum andere weiblich besetzte Bands, die mit uns vergleichbar wären, was uns natürlich einen einzigartigen Status einbringt.
Außerdem haben wir die Möglichkeit, für jüngere Mädchen eine Vorbildrolle einzunehmen, sodass diese vielleicht auch öfter zu einem Instrument greifen, das nicht zur Familie der Streicher oder Flöten gehört.

Der Name der Band ist unter anderem von einer Comic-Superheldin abgeleitet – seht ihr euch in irgend einer Form als Superheldinnen?
Wenn es Mut, Durchhaltevermögen und Power sind, die SuperheldInnen ausmachen, dann können wir sicher etwas davon in uns selbst entdecken. Wir kämpfen gegen Widerstände, überwinden Hindernisse und lassen uns nicht so leicht von widrigen Umständen einschüchtern. Wir machen Dinge auf unsere eigene Art und lassen die Musik sprechen.
Work like you don´t need money
Love like you´ve never been hurt
Dance like no one is looking!

Shira


Wer’s versäumt, ist selber schuld: Shira live am Kunstmue Festival 2009 am 25.7.09 in der Kunstmühle Bad Goisern!